Hund & Vollzeitjob

 

 

Es ist wohl die erste Überlegung, wenn ihr euch einen Hund anschafft: Habe ich genug Zeit? Wie klappt das mit der Arbeit?

Die Regelung des Alltags sollte auch zu den wichtigsten Entscheidungsträgern gehören, wenn es um ein glückliches Hundeleben geht!

 

Für mich war mein Job immer der Hauptgrund, weshalb ich nicht viel eher einen Hund hatte. Die treuen Fellnasen können sich an (fast) alle Lebensbedingungen anpassen und an eurer Seite glücklich sein, aber alleine sind sie es eben nicht.

Daher hat es lange gedauert, bis für mich der richtige Zeitpunkt kam. 

 

Und den "perfekten" Zeitpunkt gibt es nicht. Aber was bedeutet schon "perfekt"?! Auf einem Bauernhof mit zwei Hunden zu leben? Gar nicht arbeiten zu gehen und sich den ganzen Tag mit den Vierbeinern zu beschäftigen?!

Ich denke das ist kaum möglich - hat man einen Hof, so hat man beispielsweise ja auch Arbeit damit. 

 

Auch ein Hamburger Stadthund kann in seiner Wohnung ausgelastet und glücklich leben, da bin ich sicher.

Für welches Leben und welchen Hund man sich auch entscheidet, die Zeit spielt eine wichtige Rolle.

Für mich war also schnell klar: Alleine kann ich dem nicht gerecht werden. Und möchte ich auch nicht. 

Durch Dominik, die überlappenden Arbeitszeiten und viel Geduld in der Erziehung haben wir es geschafft unseren Traum vom Hund(en) zu erfüllen. 

 

Dabei stand seit Anfang an nicht nur unser Herzenswunsch im Vordergrund, sondern, dass es die Zwei gut bei uns haben und sich immer wohl fühlen.

 

Im Klartext

"überlappende Arbeitszeiten" bedeutet bei uns:

Dominik fängt um ca. 7 Uhr an 

Imke fängt um ca. 10 uhr an

 

Unterm strich

6-7 Stunden " Max & Mubi allein zuhaus"

 

Jetzt mögen sich viele aufregen und beschweren, dies sei viel zu lange und nicht artgerecht und was weiß ich...

Fakt ist: es war ein langer und schonender Weg!

 

Im Welpenalter direkt in der ersten Woche fingen wir an dies zu trainieren. 

Geht einfach mal in einen anderen Raum, nur für 10 Minuten und nehmt den Kleinen oder die Süße nicht mit!

Ich weiß, es ist schwer in der ersten Woche nicht mit ihm zu spielen, nicht jeden Atemzug zu beobachten während er schläft und nicht jede einzigartige Pose zu fotografieren.

Aber legt das Handy mal beiseite und geht ganz selbstverständlich mal ohne ihn in ein anderes Zimmer. 

Das kann man recht zügig steigern, bis man sich selbst wagt die Wohnung zu verlassen. 

 

 

Unser TIPP:  die GoPro!

 

 

Ohne Witz, so könnt ihr das Verhalten von eurem Schützling überprüfen und schauen wie lange es dauert, bis er zur Ruhe kommt. 

Wir haben das auch später noch getan, wenn sie länger daheim waren. 

 

Es beruhigt zum Einen das Gewissen und die Aufnahme zeigt euch, ob euer Hund leidet oder in Stress verfällt, sobald ihr ihn alleine zurücklasst.

 

Wichtig ist, dass es zur Routine wird. Ob eben 15 Minuten oder eine Stunde oder mal fünf Stunden. Wenn wir Urlaub haben, krank sind oder es einfach über einen längeren Zeitraum keine Herrchen/Frauchen-freien Stunden gab, dann lassen wir sie bewusst mal kurz alleine. 

So bleibt es für sie nichts Außergewöhnliches und erst recht nichts Schlimmes.

 

 

 Unsere Hunde sollen schließlich nicht bei uns leben, sondern Mit uns :)

 

Jeder Hund ist da anders, leidet mehr, braucht länger bis er von Frauchens Rockzipfel ablässt und setzt gewisse Rituale voraus. 

 

Wir haben eben viel ausprobiert: sicher ist, wir lasten unsere Hunde vorher immer aus. Ich denke ich muss nicht erklären, weshalb ich mit zwei Border Collies nicht zwingend zwei Stunden Radfahren brauche, sondern ab und an viel mehr geistige Anforderungen an sie stelle. 

Sie sollen nicht tot umfallen nach dem Spaziergang, aber ein gelangweilter unterforderter Hund ist wie wir Menschen zornig und bockig. 

Das ist nicht unbedingt die optimale Voraussetzung und wir möchten ja vermeiden, dass es eskaliert wie bei "Kevin allein Zuhaus".

 

Manchen Hunden hilft es, sich noch abzulenken. Ganz toll dafür sind die Kau-Spielzeuge von KONG oder eben ein anderes Spielzeug, an dem der Hund länger Freude hat. 

Wir haben es schnell gelassen, da im Welpenalter dies den Spieltrieb nochmal gefördert hat und sie erst sehr spät zur Ruhe kamen. 

Unser Arbeitsalltag sieht (im Groben) so aus

   5.45 Uhr     Der Wecker Klingelt

   6.30 Uhr     Herrchen fährt los zur arbeit

   7.30 Uhr/    der Rest der Truppe bricht auf  

   8.00 Uhr          ** Spaziergang, Tricksen, Übungen oder Spielen **

   9.30 Uhr      Frauchen fährt los zur Arbeit             

 

  15.45 Uhr/    Max & Mubi erwarten Herrchen freudig an der Terassentür  

  16.00 Uhr

  16.30 Uhr/    Ausflug mit herrchen

  17.00 Uhr           ** immer mal was anderes, immer mal woanders**

  18.30 Uhr      Frauchen kommt heim    

 

 

Manchmal ist es auch so, dass Dominik auf mich wartet, ich eher Feierabend mache, weil ich früher anfange und wir unternehmen etwas gemeinsam mit unseren zwei Border Collies.

An vielen Freitagen starten wir auch gemeinsam und kommen auch gemeinsam zurück - auch das klappt super.

 

Aber ganz ehrlich: Ich denke UNUNTERBROCHEN an die Zwei!

Und darüber muss man sich eben im Klaren sein. Ich richte jede Minute so ein, dass Sie nicht länger als nötig alleine Daheim sind. Meine Freizeitgestaltung richtet sich immer auch nach Max und Mubi.

Wir planen genau, sprechen uns ab und nehmen sie ansonsten immer und überall hin mit. Ehrlich gesagt, geben wir jeden Tag alles für unsere Hunde, sind abends fix und fertig und fallen nicht selten um halb neun tot ins Bett. Die berühmten drei Gassirunden gibt es bei uns nicht, wir überlegen uns jeden Tag, auch unter der Woche, neue Abenteuer und Ausflugsziele. Das ist unser Anspruch, den wir an uns stellen, wenn es um das Ermöglichen eines tollen Hundelebens geht. 

 

Ganz wichtig: Gibt nicht zu schnell auf. Ja, die Tapete ist zerfetzt worden, die Stühle mögen durch die angeknabberten Beine zu zerbrechen drohen und auch eure Couch sieht vielleicht nicht mehr so einwandfrei aus, wie vor eurem neuen Mitbewohner. Aber es hört auf!

Wir haben trotzdem geschimpft und haben es darauf angelegt, sie bei solchen Schandtaten zu erwischen. Denn Stunden später bringt das Meckern bekanntlich nix. 

Aber dieses Verhalten hat nicht zwingend etwas mit Traurigkeit oder Einsamkeit zu tun. Mubi liebt es unbeobachtet die Klorolle zu klauen und sie zu zerfetzen. (Das klappt übrigens auch mit Alufolie)

Ach, hier rüber könnte ich ein Buch schreiben - jedes "Nachhausekommen" war so aufregend.

Vom einen auf den anderen Tag hörte es auf. 

Auch wenn wir nun zufrieden sind mit unserer Lösung, ein eingespieltes Team sind und die zwei entspannt Zuhause warten, träumen wir von einem Job mit den Hunden an unserer Seite.

 

Aber wer weiß, vielleicht folgt ja schon bald ein weiterer Blog-Beitrag mit Tipps zum Weg in die Selbstständigkeit mit zwei Hunden.... ;)