Die anstrengendste Rasse der Welt - Part I

Alles nur Vorurteile? Oder ist da was dran?

Diesen Beitrag widme ich allen Border Collie Besitzern, oder solchen, die Besitzer einer vergleichbar in Verruf geratenen Rasse sind und eine Aufheiterung dringend nötig haben.

 

Man muss nicht Hundepsychologie studiert haben, um sagen zu können, dass einige Hunderassen mehr fordern als andere oder dass ein Border Collie eben dazu bestimmt war Schafe zu hüten.

Das wissen wir alle, die sich für einen Border interessieren oder bereits stolze Halter dieser unberechenbaren Hunde sind. (Für die, die wirklich noch nicht viel über Border Collies wissen: Achtung leichte Ironie an dieser Stelle)

Jedoch kann ich nur immer wieder sagen:

Jeder Hund wünscht sich das, was ein Border Collie angeblich so sehr fordert und ohne das er nicht Leben kann.

Auch ein Chiuhuahua möchte doch durch den Wald toben, Tricks lernen, die volle Aufmerksamkeit bekommen und nicht geistig auf dem Sofa vor sich hin vegetieren. (Meine tun Letzteres übrigens auch ganz gerne)

 

Wenn ich nun auf 3 Vorurteile gegenüber Border Collies eingehe, dann tue ich das aus meiner Erfahrung heraus. Ich versuche so gut es geht aus den Augen meiner Hunde zu urteilen, ohne dabei die mahnende Blicke der erfahrenen Züchter, engagierten Tierschützer und schottischen Schäfer zu missachten.

 

 

Vorurteil: Ein Border Collie braucht eine Aufgabe

stimmt!

So wie der Border Collie eine Aufgabe braucht, so ist er Zeit seines Lebens auch EURE Aufgabe!

Der "Will to please" (nicht=Arbeitseifer) bei einem Border Collie sehr ausgeprägt ist. Viel mehr als bei anderen.

Nochmal kurz erklärt für jene, für die dieser Begriff nur Hunde-Fach-Chinesch ist:

Dein Hund ist von sich aus immer bemüht, herauszufinden, was du von ihm möchtest.

Und das möchte er dann auch noch so gut wie möglich umsetzen.

 

Und ich denke genau hier liegt schon die Herausforderung. Wenn es da nichts gibt, was der Hund herausfinden kann, weil ihr nämlich nichts von ihm fordert, dann hat er keine Aufgabe!

Gedankenlos spazieren gehen ist also nicht? Doch klar, auch ein Border schaltet gerne mal ab und möchte nicht jede Sekunde mit neuen Befehlen, Tricks und Übungen bombadiert werden.

Wie ein Glücksbärchi auf Wolken gemütlich dahin traben wird er allerdings niemals, wenn das alles ist, was ihr mit ihm unternehmt.

Der als schlauste Rasse der Welt betitelte Border Collie hat sich damals bei den Schäfern in Schottland als auch heute bei euch Zuhause zur Aufgabe gemacht,  euch jeden Wunsch von den Augen abzulesen und alles zu tun was ihr von ihm verlangt.

Wen verdammt nochmal wundert es da, dass diese Hunde unzufrieden, unglücklich und verhaltensgestört sind, wenn ihr ihm nicht genug Aufmerksamkeit schenkt. Und das ist beim Border eben etwas mehr als bei anderen.

Es muss nicht gleich eine Herde von Schafen sein - bedingt durch seine Zuchtlinie hat nicht jeder Border einen stark ausgeprägten Hütedrang - die Vielfalt an möglichen Aufgaben ist groß!

 

Wie viel diese Hunde tatsächlich bereit sind für euch zu tun, seht ihr doch auf zahlreichen Youtube-Videos!

Ich erlaube mir hier kein Urteil über einige Tricks, aber genau das ist ein Border: er tut was du sagst. Und wenn er es kann, tut er es sogar ohne, dass du es sagst!

 

Also bitte: Macht euch Gedanken, warum ihr einen Hund wollt und ob ihr etwas ihm machen wollt.

Und mit "machen" meine ich nicht nur spazieren gehen.

Denn letzteres steht bei einem Border Collie außer Frage!

 

Ganz tolle Infos zu den rassytypischen Eigenschaften findet ihr zum Beispiel bei unserer Züchterin --> click here<--, die einfach tolle Hunde hat.

 

 

Vorurteil: Ein Border Collie ist kein Familienhund

 

stimmt nicht!

Warum sollte er kein Familienhund sein? Weil er von Natur aus aggressiv ist? Weil er so viel Beschäftigung braucht?

Es ist liegt doch viel mehr an uns selbst, wenn er nicht im Familienleben mit Kindern zurecht kommt.

Aber dies trifft auf jeden Hund zu, der nicht daran gewöhnt und entsprechend erzogen wird.

Sicherlich fällt es einer genügsameren Rasse leichter, die nicht zwanghaft nach einer Aufgabe innerhalb ihrer Familie sucht.

Nicht alle Hunderassen sind so menschenbezogen wie der Border Collie, der beinahe alles andere ausblenden kann, während ihm Tricks beigebracht werden oder Frisbee gespielt wird?!

Ihr kennt doch diesen Junky-Blick, oder?

Das ist Fluch und Segen in einem. Ein Fluch kann es meiner Meinung jedoch nur für diejenigen sein, die sich nicht ausreichend mit den Bedürfnissen eines Border Collies beschäftigt haben.

Die Basis ist vorhanden: Der Mensch steht bei Ihnen an erster Stelle! 

Gibt man ihm also auch innerhalb des Familienlebens Aufgaben, ist es gar kein Problem.

 

Es ist einfach so, dass der Begriff "Familienhund" nicht klar definiert ist!

Viele verstehen eben darunter einen Hund, den man einfach nur hat. Der nichts fordernd neben der Familie her trottet, sich von Kindern alles gefallen lässt oder den ganzen Tag auf dem Hof liegt während er schwanzwedelnd jeden Besucher begrüßt. Auch ein Border wird all dies in für uns tun, wenn er eben zwischendurch den nötigen Input bekommt, den er braucht.

 

Hand aufs Herz: Man sollte nicht nur gerne aktiv sein, sondern auch in der Lage, neben dem Familienalltag den Hund weiter richtig zu beschäftigen.

(Ich habe selbst noch keine Kinder, bin aber als Kind in einer Familie mit einem Border Collie aufgewachsen. )

 

Jeder hat seine Meinungen zu diesem Thema, daher möchte ich bei absoluter Unkenntnis zur Erklärung den Artikel auf kleine-arche.de empfehlen.  An alle anderen: Lasst eure Meinung raus!

 

Vorurteil: Ein Border Collie ist kein Familienhund

stimmt nicht!

Ich hasse es, wenn jemand mich fragt, was Max und Mubi denn für eine Rasse seien und dann aber sobald ich nur

B-O-R-D-E-R sage, plötzlich alles wissen und mich warnen.

Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie häufig die Sätze " Sind Sie denn überhaupt mal Zuhause?"  oder "Oha, ja, die brauchen ja eine Aufgabe!" fielen; nicht zu vergessen der hochachtungsvolle (oder verachtende?!) Blick mit hochgezogenen Augenbrauen.

 

So wie jeder Hund sich vom Wesen her von einem anderen unterscheidet, heißt auch Border nicht gleich Border!

Ich habe zuvor von Zuchtlinien geredet: Es gibt häufig Arbeits- und Showlinien. Dies ist die erste Ganz grobe Unterscheidung.

Zwar ist die jeweilige Linie eures Borders nicht unbedingt ein Garant dafür, wie "ruhig" oder "arbeitswillig" er nun ist, aber wenn ihr sie zumindest kennt, könnt ihr ihm eher gerecht werden.

Ich würde euch hier nur raten: Lernt den Züchter kennen, lernt auch seine anderen Hunde kennen und macht euch ein Bild von dem Charakter der Tiere.

Je nach dem, was zu euch passt, gibt es auch innerhalb eines Wurfes große Unterschiede und gute Züchter erkennen diese ganz früh. Bei uns war es zu 100% so. Max wurde uns bereits mit 4 Wochen so beschrieben, wir heute tatsächlich ist. Und wir können ihn bis heute nicht besser in Worte fassen, wie die Züchterin es getan hat! 

 

In meiner Kindheit gab es Sam, den "richtigen" Border vom Schäfer. Aber hallo - das hat man gemerkt. Trotzdem war auch er in unserer Familie mit zwei Kindern immer glücklich.

Mein Vater hat auch gleich zwei: Honey & Jeff. Sie sind unvergleichlich und auch total gegensätzlich. Beide haben keine besondere Aufmerksamkeit gegenüber Schafen, sind weder extrem unruhig noch unausgelastet.

Und nun haben wir Max & Mubi - sie fordern sicherlich viel, sind aber auch nicht hyperaktiv. Wir erziehen ihnen seit Anfang an auch lange Ruhephasen an, damit es Zuhause und während wir arbeiten entspannt zugeht. Wir wussten allerdings genauestens über die Rasse Bescheid und haben uns eine Züchterin gesucht, die die Hunde nicht kaputt züchtet, wert auf ihre ursprüngliche Herkunft legt und gleichzeitig weg vom reinen Arbeitstier geht.

 

Viel von dem was in einem Hund steckt, hat man selbst in ihm ausgelöst. Positiv oder eben negativ.

Allerdings wahr: Border Collies lassen sich in keine Schubladen stecken, ebenso wie alle andere Hunderassen. Es liegt auch immer mindestens zur Hälfte am Menschen, oder?

Unsere Top 5

Border ja oder nein?!

 

Wissen ist Macht!

Happy Border, happy Life!

Nichts für Couchpotatoes!

Vollzeit Hobby!

Lone in return!

 

 

"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast."

 

 

 

Antoine de Saint-Exupery(Werk: Der kleine Prinz)